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06. Oktober 2010 - Finanzwelt

Solar- und Bioenergiefonds

 

Umwelt- und erneuerbare Energie-Beteiligungen liegen in der Gunst der Anleger vorn. finanzwelt widmet sich in dieser und der kommenden Ausgabe den „grünen Anlagen“.

Im ersten Teil werden Solar- und Bioenergiefonds beleuchtet.

Die Anza hl von geschlossenen Solarfonds besticht: 35 Fonds mit 1,6 Mrd. Euro Gesamtinvestitions- volumen sind am Start. Finanziert wird nahezu überall in Europa. Die Kalkulationssicherheit für d en Stromverkauf ist durch Gesetze und Verordnungen gegeben. Werden die Vergütungen wie in Deutschland geschehen um 13 % gekappt, braucht der Markt Zeit, um sein Gleichgewicht zu find en. Zufrieden ist deswegen der Initiator, der seine Projekte bis zum Stichtag ans Netz gebracht hat. Die Chorus Gruppe gehört dazu. "Für unseren neuen Fonds haben wir als erstes Investment ein 10 MWp Solarpark im bayerischen Vilseck erworben. Der Park produziert Strom, und die höhere Einspeisevergütung des ersten Halbjahres ist gesichert", freut sich Peter Heidecker, Geschäftsführer der Chorus GmbH. Erwerben Fonds nach und nach die Solarparks, sind kritische Fragen vorprogrammiert. Die Chancen dieser Konzeption würden verkannt. Auf dem Standpunkt steht Karsten Mieth, Vorstand der demark AG. "Beim abakus Solarfonds können wir auf Veränderungen im Markt, der Gesetzeslage oder der sich bietenden Investitionschancen schnell reagieren. Interessante Investitionsobjekte werden durch unser Spezialistenteam geprüft und nach positiver Entscheidung zügig erworben. Dabei ist die Verhandlungsposition eine erheblich bessere, wenn das Investorengeld bereits auf dem Fondskonto liegt. In drei Projekte mit rund 4,5 MWp haben wir bereits investiert, über das restliche Volumen wird konkret verhandelt." Die Münchener DCM AG bestückt auch im vierten Fonds Aldi-Logistikzentren mit Photovoltaikmodulen. "Mit bestehenden Partnern versteht sich. Und bezahlt wird, nachdem die Fremdfinanzierung für di e einzelnen Photovoltaikanlagen sichergestellt ist. Zudem müssen die Anlagen vollständig errichtet und ans Stromnetz angeschlossen sein, Baurisiken entfallen", sagt Michael Renninger, DCM AG. Einschließlich der drei Vorgängerfonds hat DCM ein prospektiertes Photovoltaikfondsvolumen von rund 262 Mio. Euro aufgelegt und realisiert.

Die Summe der Investitionen zeigt Wirkung. Laut Bundesnetzagentur waren Ende 2009 Anlagen mit 9,8 Gigawatt am Netz, am Vorjahresende waren es nur 6 Gigawatt. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind Grund für den Zubau, auch im Ausland (s. Tabelle im PDF). "Viele Sonnenstunden, die nach wie vor attraktiven Einspeisetarife, sinkende Projektkosten und angemessene Betriebskosten sind die Faktoren, die die Rendite eines Solarparks bestimmen", erklärt Hermann Klughardt, Geschäftsführer von Voigt & Collegen aus Düsseldorf. Und ergänzt: "Wir beobachten die Entwicklung der Einspeisevergütungen sehr aufmerksam, gesicherte Rahmenbedingungen sind Voraussetzung für eine Investition. Zwar können wir sowohl in Spanien, Italien und Frankreich investieren. Entscheidend ist für uns in erster Linie aber nicht, wo der Solarpark steht, sondern die Gewissheit, dass jedes Objekt auf Fondsebene die prognostizierten Ausschüttungen von 7 bis 9 % p.a. leisten kann."

Die Fristen zur Fertigstellung der Solarparks sind Gesetz. Zeitraubende Prüfungen bis zur Finanzierungszusage oder Vorbehalte bei den Kreditauszahlungen erschweren nicht selten zügiges Handeln im Bauablauf. Dies sind nur zwei Gründe, warum sich die zur MEP Group gehörende Strasser Capital mit ihrem Fonds MEPerformer 1 auf die Bauphase konzentrieren. Der Fonds stellt per Darlehensvertrag der MEP Vermögensverwaltungsgesellschaft: Gelder zur Verfügung. 12,5 % Zinsen erhält der Fonds für das verliehene Geld. Zusammen mit einem Kapitalbetrag in gleicher Höhe, bereitgestellt durch die MEP Group, fließen die Gelder in Projektgesell schaften und finanzieren ohne Bank die Errichtung der Solarparks. "Parallel zur Bauphase schließen wir die langfristige Fremdfinanzierung ab. Sobald der Solarpark am Netz ist und die Fremdfinanzierung ausgezahlt ist, erhält die MEP Vermögensverwaltungsgesellschaft ihr Geld zurück, plus Zinsen versteht sich. So erzielt der Fonds seine Einnahmen, 10 % werden p. a. an Anleger ausgezahlt", beschreibt Alan Luksic, Vertriebsleiter von Strasser Capital, den Mechanismus, bei dem nach Fertigstellung eines Projekts sofort wieder in ein neues Projekt investiert wird.

Neben Solarfonds bieten New Energy Fonds noch mehr: Z. B. Biogas- und Biomassenbeteiligungen. Sie setzen nachwachsende Rohstoffe wie Maissilage oder Mist ein und erzeugen durch Vergärung Biogas, das etwa 50 % aus Methan besteht. Durch Verbrennung entsteht Wärme und Strom. Der Strom wiederum wird gemäß EEG vergütet. Mit dieser 20-jährigen Sicherheit kalkuliert auch die Deutsche Sachwelt Kontor aus Erding bei ihrem aktuellen Fonds DSK NawaRo Energie 1. "Rund 300 % Ausschüttung werden wir in den kommenden 20 Betriebsjahren für die Anleger erwirtschaften. Der mit der täglichen Betriebsführung betraute Landwirt ist bei der Biogasanlage maßgeblich eingebunden und selbst am Fonds beteiligt. Ein hohes Eigeninteresse eines erfolgreichen Betriebs wird damit erreicht", sagt Curt Rudolf Christof, Geschäftsführer DSK Emissionshaus GmbH. Im Gegensatz zum Biogas wird bei Biomasseanlagen Holz verbrannt und vereinzelt per Holzvergasungsprozess genutzt. Trendinvest und BEP BioEnergiePartner Vertriebsmanagement haben sich mit dem BioEnergiefonds 1 der Holzvergasung verschrieben. Ähnlich dem Biogasprozess wird entstandenes Gas, hier Holzgas, mittels Blockheizkraftwerk verstromt. "Die Holzvergasungsanlage ist an den Betreiber verpachtet, der durch Wärmenutzung und Stromverkauf Einnahmen erzielt. Die Pachteinnahmen sind für den Fonds die Basis, um 206 % Ausschüttungen binnen 10 Jahren an unsere Anleger zu leisten", sagt Ralph Bullinger, Geschäftsführer BEP Bio Energy Power GmbH. Auch alternative Reststoffe können verbrannt werden. Reishülsen, ein Abfallprodukt aus der Reisherstellung etwa. Auf eine Tonne Reis kommt etwa 200 kg verwertbarer Abfall, Zu schade zum Kompostieren. Dieser Meinung ist auch MPC. Die Hamburger finanzieren die Errichtung eines 12,3 MW Kraftwerk im brasilianischen Sao Borja. Deutsche und brasilianische Tochterunternehmungen des französischen Kraftwerksherstellers Areva sind mit der Bauausführung betraut. Und die ist bereits im vollen Gang. "Die Silos wurden errichtet, die Turbine und der Generator warten in der neuen Turbinenhalle auf ihren Einsatz", sagt Karl-Heinz Schlüter, Bioenergie-Experte bei MPC Capital. Bis zu 40.000 Haushalte können nach Aufnahme d es Regelbetriebs mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden. Bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie während des Wachstums der Pflanzen gebunden wurde. "Das kommt uns bei den Einnahmen zugute", sagt Schlüter. „Der Fonds profitiert vom Verkauf der CO2-Zertifikate. Und der Strom wird - wie in Brasilien üblich - über einen Strommakler veräußert. Die von der Gummi- und Kunststoffindustrie begehrte Reishülsenasche sichelt weitere Einnahmen." 268 % Ausschüttungen sollen den Anlegern bis zum Jahr 2026 zufließen.

Photovoltaik- und Bioenergiebeteiligungen bieten Anlegern die Chance, gute Renditen mit soliden Ausschüttungen zu erwirtschaften. Die Auszahlungen von  Bioenergiefonds liegen über den Prognosewerten der Solarfonds. Den höheren Chancen stehen höhere Risiken gegenüber. Aktives Management und erfahrende Partner sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg.